Die ehrliche Antwort auf diese Frage enttäuscht alle, die einen Namen und ein Datum hören wollen. Es gab keine erste Transgender-Person, so wie es auch keinen ersten linkshändigen Menschen gab. Was sich im Lauf der Zeit verändert hat, sind die verfügbaren Wörter, die medizinischen Möglichkeiten und wie sichtbar diese Leben sein durften.
Bevor es das Wort gab
Quellen aus vielen Epochen und Weltgegenden beschreiben Menschen, die in einem anderen Geschlecht lebten als dem, das ihnen zugewiesen wurde, oder in Rollen, die nicht in ein System mit zwei Geschlechtern passten. Manche Kulturen kannten anerkannte soziale Rollen für sie. Andere bestraften sie. Historikerinnen und Historiker sind vorsichtig damit, moderne Wörter wie transgender auf Menschen anzuwenden, die sie nie benutzt haben, und diese Vorsicht ist richtig: Wir können nicht wissen, wie sich jemand, der vor Jahrhunderten lebte, selbst beschrieben hätte.
Was wir sagen können: Die Erfahrung, die das Wort beschreibt, ist nicht neu, auch wenn das Wort es ist.
Die ersten medizinischen Transitionen
Die moderne medizinische Transition hat einen klareren Ausgangspunkt. Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre unterstützte Magnus Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaft in Berlin einige der ersten Menschen, die sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterzogen. Dora Richter, die am Institut arbeitete, und die dänische Malerin Lili Elbe gehören zu den am besten dokumentierten.
Im Mai 1933 wurde das Institut von den Nazis überfallen und seine Bibliothek verbrannt. Ein großer Teil dieser frühen Aufzeichnungen ging verloren, was ein Grund dafür ist, dass die Geschichte lückenhafter ist, als sie sein sollte.
Die erste, die berühmt wurde
1952 wurde die Amerikanerin Christine Jorgensen zur ersten Person, deren Transition weltweit Schlagzeilen machte. Sie war nicht die Erste, aber für viele Menschen war sie die Erste, von der sie gehört hatten. Ihre Geschichte zeigt, wie schnell Aufmerksamkeit zugleich zur Last und zum Werkzeug werden kann.
Warum die Frage immer wieder gestellt wird
Manchmal ist es schlichte Neugier. Manchmal schwingt die Andeutung mit, trans zu sein sei eine neue Erfindung, und das gibt die Geschichte nicht her. Und für trans Personen ist es oft schon für sich eine Erleichterung zu erfahren, dass andere vor ihnen da waren: eine Erinnerung daran, dass du Teil einer langen Linie bist und keine Ausnahme.
Wenn du weiterlesen möchtest: Die Geschichten von Lili Elbe, Sylvia Rivera und Marsha P. Johnson behandeln jeweils einen anderen Abschnitt dieser Linie.

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