Sylvia Rivera bestand ihr Leben lang darauf, dass die Menschen mit dem geringsten Schutz im Zentrum des Kampfes stehen sollten, nicht an seinem Rand. Das machte sie zu Lebzeiten bei manchen Anführern der Bewegung unbeliebt. Es ist ein großer Teil des Grundes, warum man sich heute an sie erinnert.
Wer war Sylvia Rivera?
Sie wurde 1951 in New York geboren, mit puerto-ricanischen und venezolanischen Wurzeln. Nach einer schwierigen Kindheit lebte sie schon als Kind auf den Straßen New Yorks, unter anderen schwulen und geschlechtsnonkonformen jungen Menschen, die sonst nirgendwo hinkonnten.
Die Wörter, mit denen sie sich selbst beschrieb, veränderten sich im Lauf ihres Lebens, ebenso wie die Wörter, die zur Verfügung standen. Heute erinnert man sich an sie weithin als trans Frau und als Pionierin der trans Rechte.
Stonewall
Rivera wird eng mit dem Stonewall-Aufstand vom Juni 1969 in New York in Verbindung gebracht. Sie sagte, sie sei dabei gewesen, und wurde zu einer seiner bekanntesten Stimmen. Historikerinnen und Historiker streiten bis heute darüber, wer genau in der ersten Nacht anwesend war, und man kann mit Recht sagen, dass ihre Bedeutung nicht davon abhängt, diese Frage zu klären.
STAR
1970 gründete sie gemeinsam mit ihrer Freundin Marsha P. Johnson STAR, Street Transvestite Action Revolutionaries. STAR setzte sich dafür ein, obdachlosen jungen Drag Queens und trans Personen in New York Unterkunft und Essen zu geben, und betrieb eine Zeit lang ein Haus für sie. Das war gegenseitige Hilfe, bevor dieser Begriff geläufig war.
Die Rede von 1973
Bei einer Kundgebung der Gay-Liberation-Bewegung 1973 in New York ging Rivera gegen den Widerstand von Teilen des Publikums auf die Bühne und hielt eine wütende Rede über die trans Personen und Street Queens, die im Gefängnis saßen und verprügelt wurden, während die Bewegung wegsah. Aufnahmen davon kursieren bis heute, und sie wird oft als einer der prägenden Momente des trans Aktivismus bezeichnet.
Ihr Vermächtnis
Rivera zog sich über lange Zeiträume aus dem Aktivismus zurück und kehrte später in ihrem Leben dorthin zurück, wobei sie sich weiter dafür einsetzte, dass trans Personen in Gesetze einbezogen werden, die Rechte garantieren. Sie starb 2002. Das Sylvia Rivera Law Project, im selben Jahr in New York gegründet, trägt ihren Namen und setzt sich für rechtliche Unterstützung von trans und geschlechtsnonkonformen Menschen ein.
Ihr Beharren darauf, dass niemand zurückgelassen werden darf, ist auf seine bescheidene Weise auch ein Grund, warum es heute Räume gibt, die nur für trans Personen gebaut sind.

Wren · Redaktion
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